Vogeldusche für Wellensittiche selbst bauen

Vor einiger Zeit kam ich auf die Idee den Tierchen eine Vogeldusche zu bauen. Ich hatte als Kind mal einen sehr zahmen Wellensittich. Der liebte es im Waschbecken unter dem Wasserhahn ausgiebig zu duschen. Ich hatte meinen Wellis bereits mal ein Vogelbad an den Käfig gehängt, dieses wurde aber weitestgehend ignoriert bzw. nur als weiterer Trinknapf wahrgenommen.

Mein Plan war mit einfachen Mitteln eine Dusche zu bauen, welche selbstständig laufen kann. Und natürlich bestand auch die Gefahr, dass die Schneusis das Ding komplett ignorieren. Das Gegenteil war der Fall: ich stellte die Dusche nach der Fertigstellung auf den Käfig und stellte sie an. Die Vögel wurden sofort unruhig vom Käfig, sprangen wild umeinander. Sissys nahm sogar gleich ein Bad im Wassernapf. Keine paar Minuten später waren, zumindest zwei der drei, aus dem Käfig gekommen und standen unter der Dusche. Es beschleicht mich die Vermutung, dass die Tiere mit dem Geräusch irgendwas assoziiert haben. Koko der letzte im Bunde, hat erst nach einiger Zeit den Mut gefasst.

Mittlerweile stelle ich die Dusche einmal die Woche auf den Käfig. Je nach Tagesform sind die Schneusis sofort zur Stelle. Allerdings gibt es auch Tage an denen das Ding komplett ignoriert wird.

Der Bau

Der Bau selbst ist mit etwas handwerklichen Geschick schnell zu bewerkstelligen. Ich fügen am Ende des Artikels eine Liste von möglichen Bauteilen ein. Ansonsten kann man das auch komplett anders realisieren.

Die Basis bildet eine alte Tupperschüssel. Diese enthält das Wasser und die Pumpe. Bei der Pumpe handelt es sich um ein preiswertes Modell aus einem Zimmerspringbrunnen. Dieses kann komplett oder halb unter Wasser laufen, hat einen normalen Stromanschluss und pumpt das Wasser einmal durch die Dusche.

Die Halterung sind einfach zwei Vogelleitern, welche zusammen geschraubt sind, den Rahmen festlagen und den Schlauch führen. Dieser ist einfach mit Kabelbindern an diesen befestigt.

Der Schlauch ist einfacher Aquarienschlauch mit 0,7mm Durchmesser. Ich habe den Schlauch einfach flexibel durchgeführt. Es gibt aber auch T-Stücke, mit denen kann man einzelne Segmente miteinander verbinden und so den Schlauch etwas eleganter führen. Der Schlauch ist zwar etwas flexibel, aber knicken will man ihn auch nicht.

Im oberen Teil habe ich dann ein paar Löcher in den Schlauch gebohrt. Durch diesen fließt das Wasser ab und die Vögel können darunter duschen.

Ein paar Fallstricke gab es trotzdem. Die Förderhöhe der Pumpe sollte nicht zu hoch sein. Ansonsten schafft es die Pumpe nicht. Bei mir hat es zufällig gerade so gereicht. Blöd wenn man das erst nach dem Zusammenbau merkt.

Auch die Löcher in den Schlauch zu bohren ist nicht so trivial. Meine waren nicht ganz schön in einer Reihe und wirklich schöne gleichmäßige Löcher habe ich auch nicht hinbekommen. Dies hatte zur Folge, dass einige Strahlen leicht seitwärts austragen und damit für jede Menge Wasserspritzer drum herum sorgten. Ich habe diese dann mit Heißkleber wieder zu gemacht. Derzeit sind noch zwei Löcher offen, das reicht.

Das Ende des Schlauchs habe ich zurück in den Tupperbehälter geführt. Meine Annahme war, dass das meiste Wasser im Kreis befördert wird und nur ein Teil über die Löcher zur Dusche führt. Allerdings war das nicht der Fall. Das Wasser ging gar nicht über die Locher hinaus. Stattdessen wurde am anderen Ende Luft gezogen und die Dusche funktionierte gar nicht mehr. Daher habe ich das zweite Ende ebenfalls mit Heißkleber verschlossen. Heißkleber, der Retter in der Not.

Damit funktioniert die Dusche nun wie erwartet. Die Vögel freut es und die Dusche wird gerne von den Vögeln benutzt. Das hat sich mal gelohnt. Die Herstellungskosten dürften insgesamt ca. bei 30 Euro liegen. Auch wenn die Dusche gut eingestellt ist, gibt es beim Duschen dennoch einiges an Wasser, was daneben geht. Das sollte man bei der Standortauswahl auf jeden Fall beachten. 😃

Liste Teile

Anleitung

Die Basis bildet eine alte Tupperschüssel, zwei Holzleitern aus Naturholz, sowie zwei Stangen aus Naturholz:

Im ersten Schritt kürzen wir die Leitern, es reicht hier einfaches Augenmaß:

Anschließend werden die Seiten gekürzt. Auch hier habe ich einfach grob die Höhe festgelegt. Wie oben beschrieben am Besten nicht zu hoch, damit die Pumpe das auch schafft:

Insgesamt habe ich vier “Pfosten”:

Die Pfosten werden nun mit den Leitern verschraubt. Ich habe hier einfach Holzschrauben verwendet:

Am Besten bohrt man mit einem kleinen Bohrer die Löcher vor. Die kleinen Hölzchen splittern ansonsten gerne mal.

Halb fertig:

Und so sieht es am Ende aus:

Jetzt kommt die Endmontage. Der Schlauch wird probeweise angebracht, um zu sehen, an welcher Stelle die Löcher rein müssen:

Hat man die Position der Löcher festgelegt, kann man diese nun Bohren. Das ist gar nicht so einfach, sie sollten die gleiche Ausrichtung haben, ansonsten geht Wasser daneben. Ich würde ich nicht zu viele Löcher reinmachen. 2 – 3 reichen aus.

Der Schlauch wird nun durch das Gerüst geführt und mit Kabelbindern befestigt:

Das Ende des Schlauches wird nach dem Durchfädeln und Befestigen gekürzt. Das Ende mit Heißkleber verschlossen.

Letztes Feintuning und man ist fertig. Wasser rein und die erste Probe-Runde kann losgehen.

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